Lehrbrief und Schreibaufgabe
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Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule

Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
Lebendig erzählen – Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk heißt es nun zum fünften Mal wieder. Es geht um einen flüssigen Erzählstil, um dramaturgische Kniffe, die deinen Text für deine Leser interessant werden lassen. Es geht um Heldinnen und Helden, die unsere Geschichte geschickt transportieren, und in diesem Semester geht es ganz besonders um diese Arbeit mit diesen unseren Figuren.
Viel Spaß und viel Erfolg,
wünscht Elke
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Ich mache ja ungern Werbung, aber der "Murot"-Tatort gestern war der Knaller. Klasse Ensemble. Kein typischer Tatort, eher eine Theatervorstellung mit (moderaten) Tarantino-und Western-Einlagen,. Öffentlich-rechtlich at its best :top Ich fand es genial. Ein Blick in die Mediathek würde sich also lohnen.
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 Die Geschichte der Woche
"Unter Gottes Dach" von Herman
„Ach, Johan, ich bin froh, dass du wieder hier bist.“ Maria seufzte. „Deine Wanderschaft hat lange gedauert, ich habe mich so nach dir gesehnt.“ „Es waren doch nur zwei Jahre, Maria, die sind vorbei geflogen. Ich habe viel gelernt und viel gesehen, unglaublich. Und bedenke, meine Lehrzeit ist vorbei, die Wanderschaft liegt hinter mir. Jetzt muss ich nur noch mein Meisterstück machen und dann bin ich Meister Dachdecker! Dann können wir heiraten, unter unserem eigenen Dach wohnen und endlich frei sein!“ „Wo willst du deine Meisterprüfung machen? Muss du dann wieder weg?“ „Am liebsten da unten, in Aachen. Dann kann ich dich sonntags besuchen. Da muss es Arbeit für mich geben. Ich weiß alles über Ziegel, die verschiedenen Arten wie den Biberschwanz oder Mönche und Nonnen. Weißt du warum das so heißt? Mönche und Nonnen? Weil die aufeinander liegen wie Mann und Frau!“ „Johan!“ Maria errötete, „Doch nicht Mönche und Nonnen! Die doch nicht.“ Er grinste. „Und weißt du, wie wir ein Haus mit so einem Dach nennen? Unter Gottes Dach! So wird auch unser Dach sein.“ „Davon versteh ich alles nichts, Johan, du bist so schlau geworden. Du kannst sogar lesen.“ „Ein bisschen, soviel wie nötig ist um einen Bauplan zu lesen.“ Johan war nicht wenig stolz darauf. „Und sobald ich Meister bin, lerne ich schreiben!“ „Wirst du mich auch noch lieben, wenn du Meister bist? Ich bin doch nur ein dummes Huhn und …. Was ist das da unten, der Rauch? Schau!“ „Ach, wahrscheinlich eine Hexe die verbrannt wird. Das habe ich in der Eifel mal gesehen.“ Maria schauerte. „Schrecklich, aber der Herr Pfarrer sagt, dass nur so ihre Seele gerettet werden kann. Aber da kommt viel mehr Rauch, Johan, das ist keine Hexe. Die Stadt brennt!“ Sie wurde kreidebleich, bekreuzigte sich und sank auf die Knie. „Heilige Mutter Gottes, was ist da los?“ Johan sprang auf und sah mit glänzenden Augen ins Tal hinunter. „Aachen brennt! Maria, das ist meine Chance, das ist unsere Chance! Da muss vieles neu gebaut werden und viele Dächer gedeckt.“ Maria sah erschreckt hoch. „Aber Johan, denk an die Menschen, die da sind. Was ist mit dir? Du redest nur noch von Ziegeln und Meisterprüfung und alles andere interessiert dich nicht mehr. Du hast dich verändert!“ „So versteh doch, Maria, da unten liegt meine Chance! Die brauchen bestimmt Dachdeckergesellen und dann werde ich allen zeigen, dass ich den Meister machen kann.“ „Johan, halte mich fest. Ich habe Angst. Angst um die Menschen da unten und Angst um dich.“ Johan schlug einen Arm um sie, sein Blick wie festgeklebt an dem Geschehen in der Stadt. Am nächsten Morgen war der Himmel über Aachen schwarz gefärbt. Johan aß schnell seinen Hirsebrei und zog in die Stadt. Er lief mit offenen Mund durch die Verwüstung, verkohlte Bretter qualmten und glühten, hier und da flackerte das Feuer erneut auf. Ein ätzender Brandgeruch hing in der Luft. Rauch stieg aus den Trümmern auf, verdeckte die Sicht. Überall waren Menschen, die wie betäubt herumliefen. Er fragte einen Mann, der mit düsterer Mine am Straßenrand stand. „Wo ist der Baumeister? Ich bin Dachdeckergeselle und ich suche Arbeit.“ „Der Baumeister? Scher dich weg, du Schnöselsjong, hier wird noch lange nicht gebaut. Hier muss erst mal geräumt werden. Hilf lieber mit, dann hast du Arbeit.“ Wochenlang schuftete Johan mit den anderen, um Schutt und Asche wegzuräumen. Sonntags nach der Messe erzählte er Maria von seinen Erlebnissen. Von den vielen Häuser die verbrannt waren. „Unglaublich, Maria, es sind viele Häuser weg, so viel kann kein Mensch zählen. Mehr als hundert, vielleicht mehr als tausend!“ Eine solche Zahl konnte Maria sich gar nicht vorstellen. „Und die Menschen“, fragte sie, „was ist mit ihnen?“ Er meinte dass verschiedene Menschen getötet wurden und mehrere verletzt. Genaues wusste er nicht. Eines Sonntags kam er aufgeregt zu ihr gerannt. Er stolperte über seine Worte. „Ich habe eine Neuigkeit! Ganz groß! Ich bin angestellt beim Dachdeckermeister Erbach! Schluss mit räumen, jetzt wird gebaut! Und Dächer gedeckt! Ich habe es geschafft. Es ist so weit! Ich werde beim Meister wohnen. Meine große Chance! Er traut mir nicht ganz, findet mich zu jung, aber ich werde es ihm zeigen!“ „Und kommst du dann sonntags immer zu mir?“ „Ja, ja. Aber Maria, versteh doch, ich bin da! Ich werde mein Meisterstück machen, jetzt kann nichts mehr schief gehen. Den Dom hat es leider nicht erwischt, das wäre eine Herausforderung gewesen.“ Maria starrte ihn entsetzt an. Leider nicht erwischt? Den Dom, den heiligen Dom? Wie redete er? „Aber, daneben, der Sankt Foillan, der muss zum Glück aufgebaut werden. Da werde ich mit dem Meister ganz oben auf den Dachstuhl steigen. Nur wir Beide. Ich werde ihm zeigen, was ich kann. Er muss mir dann wohl zustimmen, dass ich besser bin als er. Er muss!“ „Johan, du machst mir Angst. Was ist los mit dir, es gefällt mir nicht wie du redest.“ Er sah sie an, als ob er sie zum ersten Mal sah. Ohne ein Wort zu sagen, lief er davon, in Richtung Aachen. „He, Maria, rate mal wen ich gesehen habe in Aachen? Deinen Johan! Der hat die Witwe von Meister Erbach geheiratet und die Werkstatt übernommen. Er ist Meister Dachdecker!“ Maria erstarrte, drehte sich schnell um und lief davon. Johan geheiratet? Darum hatte er sich so lange nicht blicken lassen. Sie ging hoch auf dem Berg, wo sie oft zusammen gesessen hatten. „Johan“, sie schluckte, „Johan, jetzt bist du Meister. Was hast du getan? Hast du jetzt dein Dach über dem Kopf? Wie hast du das nochmal genannt? Gottes Dach? Und ich? Hast du mich ganz vergessen? War dir dein Meistertitel wichtiger als ich?“ ------------------------------------------------------------------------- Ich habe weiter unten eine überarbeitung hinzugefügt
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