Letzte Postings
» Anmeldung Schreibschule
von Elke 03.09.2010, 11:30
» Der Traum in Blau
von Nadine 30.08.2010, 10:10
» Plotgedanken zu Just Marr...
von Sophia 26.08.2010, 19:34
» Herzlichen Glückwunsch, l...
von Susanne 26.08.2010, 12:20
» 6. Lehrbrief: Schlussbetr...
von Ule Rolff 25.08.2010, 19:20
» Neuer Krimi-Plot: Im Dame...
von Elke 25.08.2010, 18:44
» Software zur Ploterstellu...
von Charlotte 22.08.2010, 16:50
» Schlangenlinien
von Susanne K. 21.08.2010, 08:13
» Aufgabe 6: Badewannengesc...
von Elke 07.08.2010, 20:59
» Mord(s)beratung im Polize...
von Sophia 01.08.2010, 12:31
» Schlaf gut, Babe
von Elke 01.08.2010, 10:41
» Schönen Urlaub!
von Elke 30.07.2010, 13:16
» 4. Aufgabe: Blauer Eisenh...
von Nadine 30.07.2010, 11:36
» Wenn Blumen sprechen
von Nadine 28.07.2010, 13:03
» 4. Lehrbrief: Twisted Plo...
von Elke 28.07.2010, 12:58
» Sommertreffen
von Charlotte 23.07.2010, 21:14
» 5. Lehrbrief: Lösungsvers...
von Alexandra 22.07.2010, 17:24
» Urlaubsgeschichten gesuch...
von Charlotte 22.07.2010, 14:26
» Sternenkinder 3 (Plot) - ...
von Alexandra 21.07.2010, 11:52
Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule
Man denke an Castorp in "Der Zauberberg", an Grenouille in "Das Parfüm", an Miss Marple, Staubfinger und andere große Charaktere – ein unvergesslicher Charakter ist der Schlüssel zum Erfolg. Das Seminar richtet sich an Hobby-AutorInnen, die verstehen möchten, wie gute Geschichten funktionieren und worin der Zauber einer beeindruckenden Figur liegt.
Starke Held/innen, unvergessliche Charaktere.
In diesem Seminar (Start: 6. September 2010) lernen Romanschriftsteller, Kurzgeschichtenschreiber/-innen und Drehbuchautoren, wie sie starke Figuren entwickeln und in Szene setzen. Von der Beschaffenheit bis zu ihren Widersprüchen werden Schwächen und Stärken sowie die Hintergrundgeschichte des Helden/der Heldin für einen Roman oder ein Drehbuch beleuchtet und auch das Verständnis für die Psychologie des Charakters erarbeitet. Den Figuren werden Beziehungen hinzugefügt, Nebenspieler und Antagonisten. Dabei liegt die Praxis im Schreiben selbst ganz besonders in der Dialogarbeit.
Zwischensemester von Mai bis Anfang September.
Liebe VHS-SchreibschülerInnen, wir verbringen den Sommer nicht untätig, wir wollen einen Krimi schreiben.
Ohne Krimi geht die Mimi ... Workshop für Krimi-Schreiberlinge.
Von der Planung eines Mordes, bis zur Ausübung desselben, von der Ermittlung, dem Fangen des Mörders, seinem Hakenschlagen und dem Doch-Noch-Erwischt-Werden, vom Rätselkrimi bis zum Thriller, vom weichgespülten Wallander bis zum Hard-Boiled Helden a la James Bond – wer Spaß am Krimischreiben hat, ist hier richtig.
Das Seminar startet am 17. Mai, beinhaltet sechs Lehrbriefe und sechs Schreibaufgaben rund um den Krimi. Reservierungen bitte per eMail oder PM an mich.
Das Herbstsemester startet fahrplanmäßig Anfang September, das Thema lautet Von der Figur zum Charakter. Ich weiß nicht, wie viel Zuspruch dieses Thema hat, ggf. macht es auch hier Sinn, sich hier vormerken zu lassen. Schreibt mich einfach an. Schöne Grüße und allen Angemeldeten viel Spaß beim Stechen und Würgen,
wünscht Elke *************** ab hier folgen älteren News und Ankündigungen ***************
Erfolgreicher Start ins Frühjahrssemester 2010!
Liebe Schreiberlinge, mit rund dreißig Anmeldungen für die kommenden zwölf Wochen sind wir wieder völlig ausgebucht.
Unser Thema lautet „Lebendig erzählen.“ In der Theorie beschäftigen wir uns mit der Poetik von der Griechischen Antike bis zum Absurden Theater, in der Praxis weiterhin mit den Grundlagen des Creative Writings.

Schreibseminar „Lebendig erzählen“, sowie „Kinder- und Jugendliteratur schreiben.“
Reservierungen für das kommende Semester (Start: Ende Januar 2010) bitte vornehmen!

Für weitere Informationen kontaktiert mich (Elke) oder Scarlett im Bereich Kinder- und Jugendbuch. Wer sich hier im Forum registriert (unverbindlich) bekommt regelmäßig eine eMail mit allen aktuellen Kursinhalten.
Wir freuen uns auf euch
Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünschen wir viel Spaß und Erfolg.




Einen schönen Start in das Frühjahrssemester 2009!
Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft, am 2. März geht es los, unser Spezial in der Arbeitsreihe:
Entstaube dein Kind in dir - Kinder und Jugendliteratur!
Diesmal befassen wir uns intensiv mit Kindererzählungen. Beginnen mit der Idee und den ersten Sätzen bis hin zu einem Konzept für die Schreibarbeit.
Weitere Infos bei Scarlett, bzw. hier, wo man sich auch anmelden kann: VHS-Duisburg Am 26. Januar startet das nächste Fernstudienseminar im belletristischen Schreiben:
Lebendig erzählen
Dieses Seminar wendet sich an alle Schreibinteressierte, die einen Roman, Kurzgeschichten oder eine Biografie verfassen möchten. Die verschiedenen Erzählperspektiven (Ich-Erzähler, personale Erzählform), Erzählzeiten und mögliche spannungsaufbauende Konflikte werden vorgestellt. Im Praxisteil wird vermittelt, wie aus einer kleinen Alltagsszene gute Prosa gemacht wird, Dialoge ausgearbeitet, Handlungsstränge miteinander verflochten und die Texte am Ende für eine Veröffentlichung überarbeitet werden.

Zwölf Wochen ab Semesterbeginn
60 Euro
Dozentin: Elke Bockamp

Und hier bitte anmelden: VHS-Duisburg Weitere Angebote, auch die zu Scarletts Kinder- und Jugendliteratur, folgen.


Literatur, Lust und Leidenschaft – Erotik schreiben
Erotik boomt an allen Enden, Erotik schreiben kann Lust bereiten, kann Lust schaffen. Tauche ein in die literarisch-sinnliche Erlebniswelt!
Start. 10. November 2008 - 16. Januar 2009
Geschult werden neben der bildlichen Vorstellungskraft das Schreiben für alle Sinne, das Schaffen einer anregenden Atmosphäre sowie die Technik des Andeuten und Auslassens, um die Fantasie der Leser anzuregen. Es geht darum, literarisch erotisch und nicht pornografisch zu schreiben, aber auch den Akt nicht außen vor zu lassen.
Den besten Geschichten winkt eine Veröffentlichung in einer gemeinsamen Anthologie. Wer will, kann unter Pseudonym schreiben. Anmeldungen sind bundesweit, auch aus dem deutsprachigen Ausland, möglich.
Leitung: Elke Bockamp Teilnahmevoraussetzung: mindestens 18 Jahre alt Zeit: 8 Wochen (exklusive Ferien) Anmeldeschluss: 10. November Kosten: 60 Euro Anmeldung: Volkshochschule Duisburg, Kursnummer SZ2236 Zum Ablauf eines Fernstudienseminars: Du befindest dich hier auf der virtuelle Lernplattform der vhs-Schreibschule. Hier kannst du dich ein wenig umsehen und dich auch mit den Mitlernenden bekannt machen. Du kannst die Beiträge der anderen lesen oder auch eigene hinzufügen. Selbst wenn weite Teile des Forums für Gäste frei zugänglich sind, ist für die erfolgreiche Teilnahme eine Registrierung vonnöten, denn nur so bekommst du Zutritt zu Lehrbriefen, zu den Übungsaufgaben und auch in den Genuss eines Lektorats. Über folgenden Link gelangst du zur Registrierung: http://www.lemontree.de/schreibschule/profile.php?mode=register Sobald der Kurs angelaufen ist und du dich bei der VHS Duisburg und hier im Forum angemeldet hast, findest du einen ersten Lehrbrief und deine erste Übungsaufgabe hier: http://www.lemontree.de/schreibschule/viewforum.php?f=3 Nicht alle beherrschen die Navigation in einem Forum und erfahrungsgemäß tauchen neben den schreibtechnischen Anforderungen nun auch noch technische Probleme auf. Um diese zur Zufriedenheit aller in den Griff zu bekommen, hat sich bewährt, dass die alten "Schreibhasen" die Neuen unter die Fittiche nehmen. Dafür muss ich allerdings wissen, wer Handlungsbedarf hat, also ob du Hilfe benötigst. Das kannst du hier im Forum kundtun, oder dich privat an mich wenden: Private Mitteilung an Elke Bockamp Nun zu mir: ich heiße Elke Bockamp und leite seit 1997 Fernstudienseminare und mache seit gut drei Jahren Lektoratsarbeiten. Das heißt, ich korrigiere fremde Texte (soweit ich der deutschen Sprache mächtig bin und mit dem Duden auf den Knien), rezensiere sie und bereite sie so auf, dass sie für einen Verlag oder eine Literaturagentur interessant sein können. Bei der Hamburger Akademie für Fernstudien habe ich drei Jahre "Belletristisches Schreiben" gelernt, einige Kurzgeschichten verfasst und veröffentlicht, ich schreibe für Autorenzeitschriften, aber auch an einem Roman, habe als Co-Autorin ein Sachbuch geschrieben und bin im EDV-Fachbereich den meisten ohnehin bekannt. Ich selbst beschäftige mich seit etwa fünf Jahren mit dem Belletristischen Schreiben, habe viel Literatur zu diesem Thema gelesen und hoffe, vor diesem "Background" unser Schreibseminar kompetent leiten zu können. Nun würde ich mich freuen, auch etwas von dir zu erfahren, zum Beispiel, was dich motiviert an dem Seminar teilzunehmen, ob du schon etwas veröffentlicht hast oder, wer weiß, ob in der Schublade deines Schreibtischs bereits ein fertiges Buchmanuskript schlummert! Kurzum: mich würde es freuen, wenn du dich im Forum kurz vorstellen würdest: http://www.lemontree.de/schreibschule/viewforum.php?f=8 Noch etwas zum Ablauf des Seminars. Das Thema des nächsten Workshops lautet: Literatur, Lust und Leidenschaft – Erotik schreiben und startet am 10. November. Ich werde insgesamt vier Lehrbriefe zu diesem Thema verfassen und es gibt mindestens vier Schreibübungen. Plane pro Woche etwa sechs bis acht Stunden ein, in denen du ungestört am PC sitzen und auch Zeit zum Schreiben hast. Schreibe die Hausaufgaben in WORD oder einem anderern Schreibprogramm vor, erst wenn du fertig bist, wird der Text hier ins Forum gesetzt und wir können ihn gemeinsam diskutieren. Herausragende Texte werde ich automatisch für unsere Erotik-Anthologie vorschlagen, AutorInnen, die längerfristig sehr gut und sinnlich schreiben, können für den geschlossenen Erotik-Bereich hier im Forum freigeschaltet werden. Wer eigene Ideen und Themenvorschläge hat, möge sie an entsprechender Stelle unterbreiten, gerne nehme ich neue Anregungen entgegen. ... und nun viel Erfolg beim Lernen und allzeit gut Schreib, wünscht Elke ++++++++++++++++++++ ÄLTERE KURSANGEBOTE ++++++++++++++++++++ Thema im Herbstsemester lautet: Krimi, Kitsch oder Kunst – das Phänomen der Trivialliteratur
Wir beschäftigen uns mit der Frage, was ist trivial und worauf beruht der immense Erfolg von Liebesroman, Arztheftchen, Heimatschnulze, Ritter, Räuber, Fantasy und Science Fiction, denn – wer seinen Stil für die wirkliche Kunst schärfen will, sollte ihren trivialen Bodensatz studieren. Doch nicht nur studieren, mit einem guten Schuss Mut zum Klischee versuchen wir uns natürlich auch im Schreiben von Populärliteratur.
Zum ersten Mal in diesem Semester bieten wir einen Kinder- und Jugendbuch Workshop an, Anmeldung für beide Seminare ist ab sofort möglich.
Im letzten Semester lautete unser Thema:
Starke Helden, starke Storys!
Ziel ist es, einen flüssigen Erzählstil zu entwickeln, packende Dialoge, einmalige Schauplätze und beeindruckende Protagonisten zu entwickeln. Wir schreiben lebendige Szenen, die ihrem Ziel, einer Veröffentlichung, möglichst nahe kommen.
Start ist der 7. April 2008– schnell noch einen Blick auf den Ankündigungstext:
In diesem Seminar werden wir Techniken entwickeln, den Geschichten mehr Tiefe zu verleihen, Schreibblockaden abbauen und die intuitiven kreativen Energien für den Schreibprozess zu fördern und zu intensivieren. Nein, wir machen kein therapeutisches Tagebuchschreiben oder Traumanalysen – gemeint ist, lebendige Szenen zu schaffen, die für sich stehen und den Leser in ihren Bann ziehen. Ich werde einige Lehrbriefe und Übungsaufgaben mit Hilfe des Buchs
«Wie gute Autoren noch besser werden. Das Creativity-Workbook fürs Drehbuchschreiben.» (von Linda Seger) zusamenstellen, also auf Romanprojekte adaptieren. Gerne nehme ich Anregungen von euch auf. Wer ist wieder dabei? – Ich hoffe doch, alle Grüße von Elke P. S. der Link zur Anmeldung: VHS Duisburg
Weiterlesen>>>
zum Forum  

Hallo, diese Bitte kam über Imehl zu mir, ist vielleicht für jemanden interessant. vlg ch Liebe Autoren des Schreiblust-Verlages, am 19. Juni nehme ich an der Extraschicht (Kletterwald Oberhausen) teil. Seit knapp zwei Monaten suche ich gute Texte, die im/um/am Wald spielen, mit Mond, Nacht, Zirpen, Elfen, Pilzen, Gras Bäumen usw. zu tun haben und verzweifle langsam. Ich hab eine von mir, zwei von anderen Autoren, und ein paar Gedichte, aber das reicht mir nicht. Wenn ihr irgendwas kennt, oder selbst geschrieben habt, wäre ich echt glücklich, wenn ihr mir das zur Verfügung stellen würdet. Natürlich nenne ich den Autorennamen. Danke Mit lieben Grüßen aus Dortmund Heike Wulf Warburger Str.3 44143 Dortmund www.heikewulf.de T 0231-5310260 Eine Übersicht der aktuellen Termine finden Sie hier: http://www.heikewulf.de/Hier.html Interviews, Berichte, Rezensionen und kulturelle Neuigkeiten für Dortmund, jetzt bei www.DO21.de in der KulturDOku
Weiterlesen >>>
 Die Geschichte der Woche
"Just Married!" von Sophia
JUST MARRIED! Uta Naumburg stand wie eingefroren im Türrahmen. Die Arme hatte sie eng um ihren schmalen Körper geschlungen und den Kopf leicht zur Seite geneigt. Ihre Augen waren zu zwei schmalen, katzenhaften Schlitzen verengt, die hellblonden Wimpern bebten kaum sichtbar. Ihr konzentrierter Blick glitt langsam und gelassen über die Szenerie und scannte bedächtig jedes einzelne, noch so kleine Detail. Das Badezimmer war liebevoll eingerichtet. Der Waschtisch schimmerte in warmen Mahagoni, die Armaturen glänzten in poliertem Messing und die Porzellanschüssel darin war so über und über mit kleinen zartbunten Streublümchen verziert, dass sie jeder britischen Sammeltassenkollektion alle Ehre gemacht hätte. Dicke Frotteehandtücher in bordeauxrot stapelten sich säuberlich daneben und ein Bademantel aus Naturseide lag in dekorativen Falten vor einem hohen, barocken Spiegel. Auf einer Kommode stand eine schwere Glaskristallvase, in der ein opulenter Strauß großknospiger Landrosen blühte und eine hauchzarte Gardine in passendem Blümchenmuster blähte sich vor dem Fenster sanft im Durchzug. Uta Bogner schloss die Augen, hob das Kinn leicht an, zog die Nase kraus und begann in kleinen, kurzen Zügen zu schnuppern und die Luft einzusaugen, um Witterung aufzunehmen. Es roch zart nach Rosenöl, deutlich nach Weichspüler und ganz blass nach einem chemischen Putzmittel. Sie drehte ihren Kopf in die andere Richtung. Von draußen wehte der Geruch der Straße hinein, der erdige Dunst von feuchtem Asphalt nach einem warmen Sommerregen. Ein balsamisch, männlicher Duft hing in der Luft, weit weg und kaum noch wahrnehmbar. Sandelholz, dachte sie und nickte, wie um sich selbst zu bestätigen. Über allem schwebte, nicht aufdringlich, aber ganz unverkennbar, süßlich schwer und klebrig wie ein Ölfilm, der Geruch des Todes. Und da war noch etwas, etwas, das hier irgendwie nicht hingehörte. Essig? Sie runzelte die Stirn, löste sich endlich aus ihrer Erstarrung, tauchte unter dem rotweiß geblockten Absperrband im Türrahmen hindurch und betrat den Raum. Hinter sich konnte sie ein kollektives, vielstimmiges Aufatmen vernehmen und musste grinsen. „Was? “ fragte sie und warf einen Blick über die Schulter auf das fünfköpfige Team der Spurensicherung. „Hat euch das mal wieder zu lang gedauert?“ „Du spannst deine Leute halt gnadenlos auf die Folter, Uta. Zumal du sie auch eigentlich ihren Job machen lassen könntest.“ Christian Richterich vom Kriminalkommissariat Krefeld war sofort an ihrer Seite und nestelte am Reißverschluss seines weißen Tyvek-Overalls herum. „Digitalkameras sehen mehr als deine Augen.“ „Danke“, entgegnete sie unbeeidruckt und sah ihn dann amüsiert an. „Im Gegensatz zu dir brauche ich aber noch keine Brille, mein Lieber!“ Neugierug schritt sie auf das Rosenbouquet zu und betastete vorsichtig die Blätter der Blüten. "Dachte ich´s mir doch", murmelte sie. "Das sind Seidenrosen. Aber verdammt teure ... Fynn?" sie dreht sich im Kreis und suchte den Fotografen unter den weißgewandeten Kollegen. "Kannst du das hier mit der Kamera festhalten und ausnummerieren bitte?" Dann zog sie die Unterlippe zwischen die Zähne, legte die Hände auf den Rücken und trat vorsichtig an die Badewanne heran, worin der Grund dafür lag, dass sie hier war. Wie immer, wenn sie zu einem Leichenfund mit ungeklärter Ursache gerufen wurde, erwartete sie nichts. Sie versuchte sämtliche Erfahrungen, Bilder, Erkenntnisse und Erwartungen aus ihrem Hirn zu löschen und es gleichsam auf einen vorurteilslosen Null-Statuts zu resetten, um möglichst unvoreingenommen das, was sie sah, auf sich wirken lassen zu können. Es fiel ihr nicht immer leicht, vollkommen nüchtern zu bleiben, doch das Talent, alte Fälle und Bilder weit wegschieben zu können, hatte eindeutig den Vorteil, dass sich bei ihr keine durch Routine ausgelöste Gleichgültigkeit breit machte. Sie schloss kurz die Augen und öffnete sie dann mit der Erwartung eines Kindes auf eine angekündigte Überraschung. „Oh …“ staunte sie. „… mhmm“. In der gefüllten Wanne schwebte eine junge Frau, deren Haar sie wie ein schwarzer Schleier umflutete. Durch ein transparentes, schlichtes Hemdchen, das sich bis zu ihrem Unterleib hochgeschoben hatte, schimmerte blasse Haut wie kalter Marmor. Die aufgerissenen Augen starrten mit gefrorenem Entsetzen aus der Tiefe empor und ihr Mund, weit geöffnet, ließ gellendes Schreien wie fernes Echo erahnen. Den einzigen Makel des Bildes boten ein Stück Ober- und Unterschenkel sowie die Knie der Toten, die sich, gegen die Badewanne gelehnt, oberhalb der Wasseroberfläche befanden und an braunes, getrocknetes Dörrfleisch erinnerten. „Ihre Kleider verbreiteten sich weit und trugen sie Sirenen gleich ein Weilchen noch empor“, zitierte Christan Richterich mit tiefer Stimme. „Doch lange währt´ es nicht, bis ihre Kleider, die sich schwer getrunken, das arme Kind hinunterzogen in den schlamm´gen Tod.“ „Was?“ Uta Naumburg starrte ihn ungläubig an. „Shakespeare“, antwortete er und zuckte mit der Schulter. „Ophelia … die aus Hamlet.“ „Du hast einen Knall, Rich!“ Sie schüttelte den Kopf, beugte sich über die schöne Tote und zuckte unvermittelt zurück. „Essig!“ Richterich warf ihr einen vielsagenden Blick zu und begann an der Wanne zu wackeln. Die Oberfläche kräuselte sich nicht wie erwartet, vielmehr schien eine Schockwelle durch eine feste Masse zu wabern. „Gott, sie ist in Gelee eingelegt!“ „Ja, hier scheint jemand eine Vorliebe für Aspik zu haben. Jedenfalls hat er das Mädchen auf diese Weise in ein Schneewittchen verwandelt.“ „Nun, sie wird sich wohl kaum selbst so konserviert haben“, konstatierte Bogner kühl und zupfte sich ihre weißen Latexhandschuhe zurecht. „Das wird ja ein lustiges Rätselraten um den Todeszeitpunkt geben“, murrte sie und verdrehte die Augen. „Sieh dir nur ihre Knie an!“ Vorsichtig betastete sie die spröde und trockene Haut, die sich mumienartig über die durchscheinenden Knochen zog. „Kann hier mal bitte jemand eine Probe von dem Glibber fürs Labor entnehmen“, rief sie nach hinten und schob ihr Gesicht dann so nah es ging an die glasklare Oberfläche, um das Gesicht der Toten zu betrachten. „Was hat sie denn da im Mund, Rich?“ Richterich beugte sich vor und kniff die Augen zusammen. „Keine Ahnung, ich weiß es nicht!“ Er hob abwehrend die Hände. „Für mich sieht es am ehesten wie ein durchgekauter Hubba Bubba Kaugummi aus.“ Vorsichtig schob Uta ihre Hand in die Gallerte und zerriss dabei die glatte Oberfläche der klaren Wasserillusion, worin sich sofort Bläschen und weiße Risse mit lichtbrechenden Reflexen bildeten, die die Sicht auf die Tote einschränkten. „Oh Mann“, zischte sie. „Ich hoffe, ihr habt genug Fotos gemacht.“ Behutsam näherte sie sich dem Mund der jungen Frau, tastete dann sachte zwischen den Zähnen nach dem rosafarbenen Etwas, das sie gesehen hatte und zog es mit einem schmatzenden Geräusch heraus. Sofort drehte sie sich mit einem Seufzer um und begann das Ding zu untersuchen. „Und? Was ist es?“ Richterich trat vor sie und starrte neugierig in ihre mit Geleeresten verschmierten Hände. Bogner zupfte das gummiartige Objekt auseinander, dehnte und glättete es. „Ein Ballon“, konstatierte sie leise und drehte das schlaffe Stück Gummi auf ihrer Handfläche um. „Ein Luftballon mit der Aufschrift JUST MARRIED.“
Weiterlesen>>>
Shoutbox
Registrierte Benutzer: Keine Insgesamt sind 3 Benutzer online: Kein registrierter, kein versteckter und 3 Gäste.   Administrator   , Moderator
Aufrufe in diesem Monat: 2704, im letzten Monat:29316   (gesamt seit dem 5.11.2006: 757512 )
Login


©Lemontree |  Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de

Impressum - Haftungsausschluss