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Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule

Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft,

bitte schreibt hier nicht mehr. Die Schreibschule zieht auf einen neuen Server um und stellt an dieser Stelle ihren Betrieb ein.
Diese Seiten sind lediglich erreichbar, damit ihr eure Geschichten archiviert vorfindet.

Herzliche Grüße, Elke






heißt es nun zum fünften Mal wieder. Es geht um einen flüssigen Erzählstil, um dramaturgische Kniffe, die deinen Text für deine Leser interessant scheinen lassen. Es geht um Heldinnen und Helden, die unsere Geschichte geschickt transportieren, und in diesem Semester geht es auch um lebendige Alltagsprosa, um das biografische Schreiben und das Verfassen spannender Reiseberichte.
Viel Spaß und viel Erfolg,
wünscht Elke


*************** ab hier folgen ältere News und Ankündigungen *************** Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
Lebendig erzählen – Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk heißt es nun im Herbstsemester der VHS-Schreibschule. Wir werden uns den stilistischen Grundlagen widmen, uns mit Erzählperspektiven auseinander setzen, knackige Dialoge schaffen, ordentliche Schauplätze ausfindig machen und uns mit dem Thema Rückblenden, Erzählzeiten und erzählten Zeiten befassen. Natürlich ist immer auch Gelegenheit zum Schreiben selbst. Wer sich anmelden mag, kann dies via PM an mich oder am besten bei der VHS Duisburg tun, dann bitte die Kursnummer SZ2235 in die Suche geben. Man kann sich jederzeit im laufenden Semester noch anmelden. Nun wünsche ich uns allen viel Spaß und Freude an der selbst angerührten Buchstabensuppe.
Herzliche Grüße, von Elke


*************** ab hier folgen älteren News und Ankündigungen *************** Man denke an Castorp in "Der Zauberberg", an Grenouille in "Das Parfüm", an Miss Marple, Staubfinger und andere große Charaktere – ein unvergesslicher Charakter ist der Schlüssel zum Erfolg. Das Seminar richtet sich an Hobby-AutorInnen, die verstehen möchten, wie gute Geschichten funktionieren und worin der Zauber einer beeindruckenden Figur liegt.
Starke Held/innen, unvergessliche Charaktere.
In diesem Seminar (Start: 24. Januar 2011) lernen Romanschriftsteller, Kurzgeschichtenschreiber/-innen und Drehbuchautoren, wie sie starke Figuren entwickeln und in Szene setzen. Von der Beschaffenheit bis zu ihren Widersprüchen werden Schwächen und Stärken sowie die Hintergrundgeschichte des Helden/der Heldin für einen Roman oder ein Drehbuch beleuchtet und auch das Verständnis für die Psychologie des Charakters erarbeitet. Den Figuren werden Beziehungen hinzugefügt, Nebenspieler und Antagonisten. Dabei liegt die Praxis im Schreiben selbst ganz besonders in der Dialogarbeit. *********************
Zwischensemester von Mai bis Anfang September.
Liebe VHS-SchreibschülerInnen, wir verbringen den Sommer nicht untätig, wir wollen einen Krimi schreiben.
Ohne Krimi geht die Mimi ... Workshop für Krimi-Schreiberlinge.
Von der Planung eines Mordes, bis zur Ausübung desselben, von der Ermittlung, dem Fangen des Mörders, seinem Hakenschlagen und dem Doch-Noch-Erwischt-Werden, vom Rätselkrimi bis zum Thriller, vom weichgespülten Wallander bis zum Hard-Boiled Helden a la James Bond – wer Spaß am Krimischreiben hat, ist hier richtig.
Das Seminar startet am 17. Mai, beinhaltet sechs Lehrbriefe und sechs Schreibaufgaben rund um den Krimi. Reservierungen bitte per eMail oder PM an mich.
Das Herbstsemester startet fahrplanmäßig Anfang September, das Thema lautet Von der Figur zum Charakter. Ich weiß nicht, wie viel Zuspruch dieses Thema hat, ggf. macht es auch hier Sinn, sich hier vormerken zu lassen. Schreibt mich einfach an. Schöne Grüße und allen Angemeldeten viel Spaß beim Stechen und Würgen,
wünscht Elke
Erfolgreicher Start ins Frühjahrssemester 2010!
Liebe Schreiberlinge, mit rund dreißig Anmeldungen für die kommenden zwölf Wochen sind wir wieder völlig ausgebucht.
Unser Thema lautet „Lebendig erzählen.“ In der Theorie beschäftigen wir uns mit der Poetik von der Griechischen Antike bis zum Absurden Theater, in der Praxis weiterhin mit den Grundlagen des Creative Writings.

Schreibseminar „Lebendig erzählen“, sowie „Kinder- und Jugendliteratur schreiben.“
Reservierungen für das kommende Semester (Start: Ende Januar 2010) bitte vornehmen!

Für weitere Informationen kontaktiert mich (Elke) oder Scarlett im Bereich Kinder- und Jugendbuch. Wer sich hier im Forum registriert (unverbindlich) bekommt regelmäßig eine eMail mit allen aktuellen Kursinhalten.
Wir freuen uns auf euch
Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünschen wir viel Spaß und Erfolg.




Einen schönen Start in das Frühjahrssemester 2009!
Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft, am 2. März geht es los, unser Spezial in der Arbeitsreihe:
Entstaube dein Kind in dir - Kinder und Jugendliteratur!
Diesmal befassen wir uns intensiv mit Kindererzählungen. Beginnen mit der Idee und den ersten Sätzen bis hin zu einem Konzept für die Schreibarbeit.
Weitere Infos bei Scarlett, bzw. hier, wo man sich auch anmelden kann: VHS-Duisburg Am 26. Januar startet das nächste Fernstudienseminar im belletristischen Schreiben:
Lebendig erzählen
Dieses Seminar wendet sich an alle Schreibinteressierte, die einen Roman, Kurzgeschichten oder eine Biografie verfassen möchten. Die verschiedenen Erzählperspektiven (Ich-Erzähler, personale Erzählform), Erzählzeiten und mögliche spannungsaufbauende Konflikte werden vorgestellt. Im Praxisteil wird vermittelt, wie aus einer kleinen Alltagsszene gute Prosa gemacht wird, Dialoge ausgearbeitet, Handlungsstränge miteinander verflochten und die Texte am Ende für eine Veröffentlichung überarbeitet werden.

Zwölf Wochen ab Semesterbeginn
60 Euro
Dozentin: Elke Bockamp

Und hier bitte anmelden: VHS-Duisburg Weitere Angebote, auch die zu Scarletts Kinder- und Jugendliteratur, folgen.


Literatur, Lust und Leidenschaft – Erotik schreiben
Erotik boomt an allen Enden, Erotik schreiben kann Lust bereiten, kann Lust schaffen. Tauche ein in die literarisch-sinnliche Erlebniswelt!
Start. 10. November 2008 - 16. Januar 2009
Geschult werden neben der bildlichen Vorstellungskraft das Schreiben für alle Sinne, das Schaffen einer anregenden Atmosphäre sowie die Technik des Andeuten und Auslassens, um die Fantasie der Leser anzuregen. Es geht darum, literarisch erotisch und nicht pornografisch zu schreiben, aber auch den Akt nicht außen vor zu lassen.
Den besten Geschichten winkt eine Veröffentlichung in einer gemeinsamen Anthologie. Wer will, kann unter Pseudonym schreiben. Anmeldungen sind bundesweit, auch aus dem deutsprachigen Ausland, möglich.
Leitung: Elke Bockamp Teilnahmevoraussetzung: mindestens 18 Jahre alt Zeit: 8 Wochen (exklusive Ferien) Anmeldeschluss: 10. November Kosten: 60 Euro Anmeldung: Volkshochschule Duisburg, Kursnummer SZ2236 Zum Ablauf eines Fernstudienseminars: Du befindest dich hier auf der virtuelle Lernplattform der vhs-Schreibschule. Hier kannst du dich ein wenig umsehen und dich auch mit den Mitlernenden bekannt machen. Du kannst die Beiträge der anderen lesen oder auch eigene hinzufügen. Selbst wenn weite Teile des Forums für Gäste frei zugänglich sind, ist für die erfolgreiche Teilnahme eine Registrierung vonnöten, denn nur so bekommst du Zutritt zu Lehrbriefen, zu den Übungsaufgaben und auch in den Genuss eines Lektorats. Über folgenden Link gelangst du zur Registrierung: http://www.lemontree.de/schreibschule/profile.php?mode=register Sobald der Kurs angelaufen ist und du dich bei der VHS Duisburg und hier im Forum angemeldet hast, findest du einen ersten Lehrbrief und deine erste Übungsaufgabe hier: http://www.lemontree.de/schreibschule/viewforum.php?f=3 Nicht alle beherrschen die Navigation in einem Forum und erfahrungsgemäß tauchen neben den schreibtechnischen Anforderungen nun auch noch technische Probleme auf. Um diese zur Zufriedenheit aller in den Griff zu bekommen, hat sich bewährt, dass die alten "Schreibhasen" die Neuen unter die Fittiche nehmen. Dafür muss ich allerdings wissen, wer Handlungsbedarf hat, also ob du Hilfe benötigst. Das kannst du hier im Forum kundtun, oder dich privat an mich wenden: Private Mitteilung an Elke Bockamp Nun zu mir: ich heiße Elke Bockamp und leite seit 1997 Fernstudienseminare und mache seit gut drei Jahren Lektoratsarbeiten. Das heißt, ich korrigiere fremde Texte (soweit ich der deutschen Sprache mächtig bin und mit dem Duden auf den Knien), rezensiere sie und bereite sie so auf, dass sie für einen Verlag oder eine Literaturagentur interessant sein können. Bei der Hamburger Akademie für Fernstudien habe ich drei Jahre "Belletristisches Schreiben" gelernt, einige Kurzgeschichten verfasst und veröffentlicht, ich schreibe für Autorenzeitschriften, aber auch an einem Roman, habe als Co-Autorin ein Sachbuch geschrieben und bin im EDV-Fachbereich den meisten ohnehin bekannt. Ich selbst beschäftige mich seit etwa fünf Jahren mit dem Belletristischen Schreiben, habe viel Literatur zu diesem Thema gelesen und hoffe, vor diesem "Background" unser Schreibseminar kompetent leiten zu können. Nun würde ich mich freuen, auch etwas von dir zu erfahren, zum Beispiel, was dich motiviert an dem Seminar teilzunehmen, ob du schon etwas veröffentlicht hast oder, wer weiß, ob in der Schublade deines Schreibtischs bereits ein fertiges Buchmanuskript schlummert! Kurzum: mich würde es freuen, wenn du dich im Forum kurz vorstellen würdest: http://www.lemontree.de/schreibschule/viewforum.php?f=8 Noch etwas zum Ablauf des Seminars. Das Thema des nächsten Workshops lautet: Literatur, Lust und Leidenschaft – Erotik schreiben und startet am 10. November. Ich werde insgesamt vier Lehrbriefe zu diesem Thema verfassen und es gibt mindestens vier Schreibübungen. Plane pro Woche etwa sechs bis acht Stunden ein, in denen du ungestört am PC sitzen und auch Zeit zum Schreiben hast. Schreibe die Hausaufgaben in WORD oder einem anderern Schreibprogramm vor, erst wenn du fertig bist, wird der Text hier ins Forum gesetzt und wir können ihn gemeinsam diskutieren. Herausragende Texte werde ich automatisch für unsere Erotik-Anthologie vorschlagen, AutorInnen, die längerfristig sehr gut und sinnlich schreiben, können für den geschlossenen Erotik-Bereich hier im Forum freigeschaltet werden. Wer eigene Ideen und Themenvorschläge hat, möge sie an entsprechender Stelle unterbreiten, gerne nehme ich neue Anregungen entgegen. ... und nun viel Erfolg beim Lernen und allzeit gut Schreib, wünscht Elke ++++++++++++++++++++ ÄLTERE KURSANGEBOTE ++++++++++++++++++++ Thema im Herbstsemester lautet: Krimi, Kitsch oder Kunst – das Phänomen der Trivialliteratur
Wir beschäftigen uns mit der Frage, was ist trivial und worauf beruht der immense Erfolg von Liebesroman, Arztheftchen, Heimatschnulze, Ritter, Räuber, Fantasy und Science Fiction, denn – wer seinen Stil für die wirkliche Kunst schärfen will, sollte ihren trivialen Bodensatz studieren. Doch nicht nur studieren, mit einem guten Schuss Mut zum Klischee versuchen wir uns natürlich auch im Schreiben von Populärliteratur.
Zum ersten Mal in diesem Semester bieten wir einen Kinder- und Jugendbuch Workshop an, Anmeldung für beide Seminare ist ab sofort möglich.
Im letzten Semester lautete unser Thema:
Starke Helden, starke Storys!
Ziel ist es, einen flüssigen Erzählstil zu entwickeln, packende Dialoge, einmalige Schauplätze und beeindruckende Protagonisten zu entwickeln. Wir schreiben lebendige Szenen, die ihrem Ziel, einer Veröffentlichung, möglichst nahe kommen.
Start ist der 7. April 2008– schnell noch einen Blick auf den Ankündigungstext:
In diesem Seminar werden wir Techniken entwickeln, den Geschichten mehr Tiefe zu verleihen, Schreibblockaden abbauen und die intuitiven kreativen Energien für den Schreibprozess zu fördern und zu intensivieren. Nein, wir machen kein therapeutisches Tagebuchschreiben oder Traumanalysen – gemeint ist, lebendige Szenen zu schaffen, die für sich stehen und den Leser in ihren Bann ziehen. Ich werde einige Lehrbriefe und Übungsaufgaben mit Hilfe des Buchs
«Wie gute Autoren noch besser werden. Das Creativity-Workbook fürs Drehbuchschreiben.» (von Linda Seger) zusamenstellen, also auf Romanprojekte adaptieren. Gerne nehme ich Anregungen von euch auf. Wer ist wieder dabei? – Ich hoffe doch, alle Grüße von Elke P. S. der Link zur Anmeldung: VHS Duisburg
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http://www.neobooks.com/werk/29186-streichquartett.html Wo ist die Asche der Maria Callas? Was hat es mit der 5-Millionen-Dollar-Stradivari auf sich? Wer hat den Terroristen auf dem Gewissen? "Streichquartett" 103 lesbare Seiten für nur 2,99EUR überall wo es eBooks gibt oder kostenlos als tolle Leseprobe! Viel Spaß, der Autor
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 Die Geschichte der Woche
"Aurora borealis, final versio..." von windbraut
Polarlichter, die Erinnerungen an ihn. Zuckende, tanzende, verführende Lichtbilder. Andenken an etwas, das war und nicht hätte sein dürfen. Ich traf ihn mit sechzehn. Wolfgang. Bekannt wie ein bunter Hund in unserem kleinen Ort mit der großen Herz-Jesu-Kirche. Er konnte so verspielt wie unser Cockerspaniel sein. Seine Worte hüpften und sprangen manchmal auch mit allen Vieren zugleich in die Luft. Sie hoben ihr Bein und markierten ihr Revier. Ein Bündel Lebenslust, die ich von Zuhause nicht kannte. Wolfgang. Lebenskünstler. Genießer. Er kaute das Essen, er degustierte den Wein. Bei uns schlang man das Mittagessen im Stehen herunter. Keine Zeit. Schneller. Bist du schon fertig? Ich muss noch. Ich hab noch nicht. Meine Eltern mittags: Nervenbündel, immer auf Trab. Wolfgang. Er aß, er trank mit Genuss. Er zeigte mir Werke von Bruno Bruni. Ihre Zartheit so greifbar, sie hat mich nie mehr losgelassen. Keine Ruhe, bis ich die Lithographie "Strangers in the night" auch hatte. Der Druck hing in allen meinen Wohnungen, in meinen Büros, wenn ich ihn irgendwo zurück gelassen hatte, kaufte ich ihn woanders sofort wieder, heute hängt er über meinem Bett. Der Mann mit Hut und Mantel, die mit Bleistifthauch angedeutete nackte Frau in seinen Armen. So ein wunderschöner Körper. Groß, sehr groß. Schlank, sehr schlank. Und aufregend schön. „So wie du“, sagte Wolfgang später und dieser Satz, er bekam Flügel, sie trugen mich durch manche Nacht. So! wie… ich? Wolfgang. Auf jungenhafte Art undiszipliniert, ein schwarzes Schaf unter all den Lauteren, den Reinen in unserem Ort. Ein wenig Narziss und ganz viel Goldmund. Von Frauen umhummelt wie eine exotische Blüte. Auf einer Party meiner Eltern sprach er mit mir, als sei ich eine von ihnen. Er sagte nicht so Sachen wie: "Du bist aber groß geworden" oder - noch schlimmer: "Wie läuft es in der Schule?" Seine Sätze begannen mit: „Was denkst du über…?“ oder: „Was hälst du von…?“ So etwas hatte mich noch keiner gefragt. Wolfgang war 37. Ich war 16. Außer Rand und Band mein Herz, wenn der Hausflur nach seinen Zigarillos roch. Ich fing sein Lächeln ein wie ein Schmetterlingssammler ein besonders seltenes Exemplar. Wenn ich allein war, nahm ich sein Lachen vorsichtig aus dem Kescher und sah es mir von allen Seiten an. Bestaunte die Leichtigkeit, die Natürlichkeit. Ehrliche Lebensfreude schillerte darin. Ein Sommervogel, bunt und gaukelnd. Ein Schwärmer, so umschwärmt. Er war groß und kräftig. Und doch glaubte ich seine Zerbrechlichkeit zu wittern. Glasflügel auch er? Er hatte sehr schöne Hände. Ich hätte sie gern unter mein Mikroskop gelegt und stundenlang angeschaut. Konnten sie zärtlich sein? Wie würden sie sich auf nackter Haut anfühlen, diese manikürten Finger? Stark und zart - wie er? Seine Abwesenheit war verwirrend. Aber noch mehr war es seine Anwesenheit. Vorsicht war geboten. Männer kannte ich bislang als furchteinflößend, sie konnten brutal und unberechenbar sein. War er anders? Auch er war nur ein Fühlertier, hatte einen Saugrüssel wie alle Männer. Lieber wollte ich nicht wissen, was er damit anstellte. Wolfgang. Er war, er blieb. Eine nie enträtselte Mischung aus Kommen und Gehen, aus Fliehen und Bleiben. Einer, der sich mit leiser Wehmut der Kameradschaft und Verbundenheit aus Bundeswehrzeiten erinnerte, er schien diese Verbrüderung immer aufs Neue zu suchen und nirgends finden zu können. Auf dem Sprung und doch fest verwurzelt mit diesem Ort. Ein Stammplatz an der Theke und einen in meinem Herzen. Wolfgang. „Ein Wort von Dir“…, hatte er gesagt, „…und ich lasse alles sausen.“ Da waren er, seine Familie, meine Eltern und ich gemeinsam im Urlaub. San Tropez. Seine nackten Füße, voller Sand, warm von der Sonne, sie streiften über meine, heimlich, unter dem Tisch. Das Verbotene, so reizvollverwirrendbittersüß. Für mich war er ein Mann, d e r Mann überhaupt. Für die Menschen um uns herum war er Ehemann. Vater. Freund. Ein Wort von mir, dachte ich. „Komm“, dachte ich, flüsterte ich in mich hinein. Wie es wohl klingen würde, wunderte ich mich, laut ausgesprochen? Komm. Ich sagte, ich wagte es nicht. „In amore beatum habere non simper facile est“, schrieb er auf einen Zettel. Ich legte ihn in mein Tagebuch, dort liegt er noch heute. „Was bedeutet das?“ fragte ich. "In der Liebe Glück zu haben, ist nicht immer einfach", sagte er und sah mir so tief in die Augen, dass ich dachte, er fällt in mich hinein und wird für immer in mir bleiben. In der Liebe Glück zu haben…. Liebe, was war denn das: eher Schicksal, mehr Zufall, ganz Fügung? Die quälende Sehnsucht nach seinem Blick, der ständige Gedanke, wie sein Kuss wohl schmeckt, das mich- in-seine-Nähe-Wünschen, all die bangen Fragen! Seine Arme - das waren doch beschützende Schwingen, oder auch nur getarnte Gefängnistüren? Dieses ihn immer wieder ansehen wollen, ja fast müssen, so anstrengend, ich musste mich richtig konzentrieren, weil das doch keiner merken durfte. Dieses ganze Durcheinander - war das schon Liebe? Dann war die nicht immer einfach, das glaubte ich wohl. Wir alle zusammen beim Pétanque am Strand, im feinen Sand der Cote d’Azur. Ich zuckte zusammen, wenn seine Kugel an meine stieß. Vielleicht war Liebe ja auch nur ein Wettkampf? Und: wer stellte dann die Spieler auf? Gab es jemanden, der die Regeln macht, den Sieger bestimmt? Und was würde am Ende aus dem Verlierer werden? Liebe. So erschreckend uferlos. Ohne Horizont, weit und verlockend warm wie das Mittelmeer. Wolfgang. Er hatte damals in der Nähe von Èze Schuhe gekauft, mit denen man über das Wasser gehen kann, was haben da alle gelacht, so bekloppt, sagten sie, so typisch, und sie schlugen sich auf die Schenkel. Er war. Er blieb. Spontan und ansteckend lebensfroh. Jahre später, nach Ausbildung und erstem Liebes-er-leben, schellte mitten in der Nacht das Telefon. Wolfgang. Er hatte gerade wieder irgendetwas Verrücktes angestellt und: „…habe überlegt, dass du der einzige Mensch bist, dem ich das erzählen könnte“, sagte er lachend. Ich weiß nicht mehr, was es war. Es war der Anfang von etwas, das nie richtig begonnen hat und ohne Ende blieb. Ich war Anfang zwanzig und wieder sechzehn. Wir trafen uns in seinem Büro. Es war stockdunkel in der Versicherungsagentur. Ich saß auf seinem Schoss, seine Hände, so oft heimlich angestaunt, sie wanderten unter meinen Pulli. Zielstrebig, aber ohne Ungeduld, legten sie sich warm auf meine Hüfte, blieben dort. Er flüsterte meinen Namen, in mein Ohr, in mein Haar, buchstabierte ihn mit kleinen Küssen auf meiner Schläfe. Die Stunden, sie standen ganz still. Wir trafen uns am Ümminger Teich, liefen Hand in Hand durch die Dunkelheit, blieben immer wieder stehen, einen Kuss lang. „Du hast so gern Kleider getragen“, sagte er. „Wenn wir uns treffen, hast du immer Hosen an.“ "Das ist, weil ein Rock schneller hochrutscht als eine Hose runter“, sagte ich. Das belustigte ihn. „Ach so“, sagte er. Und ich konnte sein Lächeln hören. Seine Küsse Flügelschläge, so zart wie ich sie mir vorgestellt habe. Ein Verpuppen und Verraupen. Ein Wachsen und Vergehen. Wolfgang drängte nicht, er bot nur an. Wir hielten Picknick in seinem Auto. Er hatte in dem Delikatessenladen Steffen in Bochum eingekauft, was ihm in die Finger kam. Ich kam aus einer Fleischsalat-vom-Supermarkt-Familie und saß nun mit Wolfgang bei Scampi und Parmaschinken. Lammnüsschen und Langustensalat. Wir aßen mit den Fingern, damals, in der Nacht in seinem Volvo. Irgendwo am Stadtrand von Witten. Zärtlichkeit und Traurigkeit, sie waren eineiige Zwillinge in dieser Nacht. Aneinanderdrängen. Nähe suchen, Wärme. Die eigene Einsamkeit im anderen finden und für eine Weile verlieren dürfen. Diese Nacht. Sie bleibt ewiges Basislager für lebenslang Verherrlichtes, nicht Gelebtes, zum Traum-bleiben Verurteiltes. Wenn nichts mehr geht, kann man sie sich später ausmalen in allen kosmischen Farben. Blitze, neben denen manch anderes blass bleiben wird. Polarlichter diese Stunden, verdammt zum Geisterleben. Sie irren später noch über so manchen nächtlichen Horizont. Wolfgang in meinen Armen, ganz weich, ganz weit geworden. Ganz still. Unser Schweigen ein Bullerofen, manchmal hörte man das Holz darin knacken. „Ich hab mich noch nie so geborgen gefühlt“, sagte er so leise, dass ich es kaum hören konnte. „Ich wusste nicht, dass man mit einer Frau einfach so entspannt zusammen sein kann. Einfach – so - sein. Nichts, was jetzt erwartet wird. Nichts, was ich jetzt machen müsste. Es ist so unkompliziert und so ….“ Eine Weile war es ganz still. „Dabei haben wir“, die letzten Worte nur noch ein Hauch: „noch nicht mal …“ Nein, haben wir nicht. Das war unser letzter Abend. Danach haben wir uns nur noch selten und immer nur in Begleitung der anderen gesehen. Er hatte mich nach dieser Nacht zu sich nach Hause eingeladen, da seine Frau alleine im Urlaub war. Ich wusste, die beiden gingen irgendwie getrennte Wege, aber ich habe es nicht fertig gebracht, zu ihm zu gehen. Ich wusste, ich würde entweder im Rock gehen oder gar nicht. Ich ging gar nicht. Wie gern würde ich jetzt sagen, dass es allein Anständigkeit war, die mich zurückgehalten hat, aber das wäre nicht ehrlich genug. Die Wahrheit, wenn es denn eine gibt, wenn es denn nur eine einzige geben sollte, ist die, dass ich zu feige war. Es gab nur das Heimliche bei Nacht oder das Unheimliche am Tage, zu beidem fehlte mir der Mut. „Ich wollte nicht eine von Vielen sein“, hab ich viel später mal zu ihm gesagt, um überhaupt etwas zu sagen, so vermute ich heute. Seine ruhige Antwort brannte wie ein Insektenstich: „Das wärst du nicht gewesen." Autsch. Aber auch das verging wieder, wie eben alles vergeht. Da gibt es die Momente, immer mal wieder gibt es sie, mit den Gedanken an diese Nacht im Auto, am Stadtrand von Witten. Dann spüre ich es wieder: den Zusammenprall von elektrisch aufgeladenen Körperzellen mit dem warmen Sonnenwind. Wenn ich die Augen schließe, wie damals, kann ich sie so deutlich sehen: die fluoreszierenden Lichtbänder, sie tanzen und zucken und verführen mich. Was für ein Farbenrausch: das Halten und gehalten sein, das wunschlose Glück, nur geliehen, na und? Die Freude, das Lachen von zwei Kindern, die von Zuhause ausgerissen sind. Aber wie schön, wie schön still konnten wir auch miteinander schweigen. Das kann man nicht mit jedem, das weiß ich inzwischen. Unsere gemurmelten Worte, die warmen Hände, mal streicheln sie behutsam, mal halten sie ganz fest, die wimpernschlagzarten Küsse und die anderen... Aber auch das leise Weh der Ahnung, des Abschieds, des so nahen Verlustes. Sie sind alle da. Und ziehen dann wieder weiter. Erinnerungsgaukler, sie verweilen nie lange. Anders als er. „Komm“, sag ich dann, „komm und sag‘ mir, wie geht das: mit dem über das Wasser laufen?“ Und die Zeit, sie steht ganz still.
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