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Herzlich willkommen auf dem Portal der VHS-Schreibschule
Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft!
Lebendig erzählen – Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk heißt es nun im Herbstsemester der VHS-Schreibschule. Wir werden uns den stilistischen Grundlagen widmen, uns mit Erzählperspektiven auseinander setzen, knackige Dialoge schaffen, ordentliche Schauplätze ausfindig machen und uns mit dem Thema Rückblenden, Erzählzeiten und erzählten Zeiten befassen. Natürlich ist immer auch Gelegenheit zum Schreiben selbst. Wer sich anmelden mag, kann dies via PM an mich oder am besten bei der VHS Duisburg tun, dann bitte die Kursnummer SZ2235 in die Suche geben. Man kann sich jederzeit im laufenden Semester noch anmelden. Nun wünsche ich uns allen viel Spaß und Freude an der selbst angerührten Buchstabensuppe.
Herzliche Grüße, von Elke


*************** ab hier folgen älteren News und Ankündigungen *************** Man denke an Castorp in "Der Zauberberg", an Grenouille in "Das Parfüm", an Miss Marple, Staubfinger und andere große Charaktere – ein unvergesslicher Charakter ist der Schlüssel zum Erfolg. Das Seminar richtet sich an Hobby-AutorInnen, die verstehen möchten, wie gute Geschichten funktionieren und worin der Zauber einer beeindruckenden Figur liegt.
Starke Held/innen, unvergessliche Charaktere.
In diesem Seminar (Start: 24. Januar 2011) lernen Romanschriftsteller, Kurzgeschichtenschreiber/-innen und Drehbuchautoren, wie sie starke Figuren entwickeln und in Szene setzen. Von der Beschaffenheit bis zu ihren Widersprüchen werden Schwächen und Stärken sowie die Hintergrundgeschichte des Helden/der Heldin für einen Roman oder ein Drehbuch beleuchtet und auch das Verständnis für die Psychologie des Charakters erarbeitet. Den Figuren werden Beziehungen hinzugefügt, Nebenspieler und Antagonisten. Dabei liegt die Praxis im Schreiben selbst ganz besonders in der Dialogarbeit.
Zwischensemester von Mai bis Anfang September.
Liebe VHS-SchreibschülerInnen, wir verbringen den Sommer nicht untätig, wir wollen einen Krimi schreiben.
Ohne Krimi geht die Mimi ... Workshop für Krimi-Schreiberlinge.
Von der Planung eines Mordes, bis zur Ausübung desselben, von der Ermittlung, dem Fangen des Mörders, seinem Hakenschlagen und dem Doch-Noch-Erwischt-Werden, vom Rätselkrimi bis zum Thriller, vom weichgespülten Wallander bis zum Hard-Boiled Helden a la James Bond – wer Spaß am Krimischreiben hat, ist hier richtig.
Das Seminar startet am 17. Mai, beinhaltet sechs Lehrbriefe und sechs Schreibaufgaben rund um den Krimi. Reservierungen bitte per eMail oder PM an mich.
Das Herbstsemester startet fahrplanmäßig Anfang September, das Thema lautet Von der Figur zum Charakter. Ich weiß nicht, wie viel Zuspruch dieses Thema hat, ggf. macht es auch hier Sinn, sich hier vormerken zu lassen. Schreibt mich einfach an. Schöne Grüße und allen Angemeldeten viel Spaß beim Stechen und Würgen,
wünscht Elke
Erfolgreicher Start ins Frühjahrssemester 2010!
Liebe Schreiberlinge, mit rund dreißig Anmeldungen für die kommenden zwölf Wochen sind wir wieder völlig ausgebucht.
Unser Thema lautet „Lebendig erzählen.“ In der Theorie beschäftigen wir uns mit der Poetik von der Griechischen Antike bis zum Absurden Theater, in der Praxis weiterhin mit den Grundlagen des Creative Writings.

Schreibseminar „Lebendig erzählen“, sowie „Kinder- und Jugendliteratur schreiben.“
Reservierungen für das kommende Semester (Start: Ende Januar 2010) bitte vornehmen!

Für weitere Informationen kontaktiert mich (Elke) oder Scarlett im Bereich Kinder- und Jugendbuch. Wer sich hier im Forum registriert (unverbindlich) bekommt regelmäßig eine eMail mit allen aktuellen Kursinhalten.
Wir freuen uns auf euch
Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünschen wir viel Spaß und Erfolg.




Einen schönen Start in das Frühjahrssemester 2009!
Liebe Freundinnen und Freunde der Schreibzunft, am 2. März geht es los, unser Spezial in der Arbeitsreihe:
Entstaube dein Kind in dir - Kinder und Jugendliteratur!
Diesmal befassen wir uns intensiv mit Kindererzählungen. Beginnen mit der Idee und den ersten Sätzen bis hin zu einem Konzept für die Schreibarbeit.
Weitere Infos bei Scarlett, bzw. hier, wo man sich auch anmelden kann: VHS-Duisburg Am 26. Januar startet das nächste Fernstudienseminar im belletristischen Schreiben:
Lebendig erzählen
Dieses Seminar wendet sich an alle Schreibinteressierte, die einen Roman, Kurzgeschichten oder eine Biografie verfassen möchten. Die verschiedenen Erzählperspektiven (Ich-Erzähler, personale Erzählform), Erzählzeiten und mögliche spannungsaufbauende Konflikte werden vorgestellt. Im Praxisteil wird vermittelt, wie aus einer kleinen Alltagsszene gute Prosa gemacht wird, Dialoge ausgearbeitet, Handlungsstränge miteinander verflochten und die Texte am Ende für eine Veröffentlichung überarbeitet werden.

Zwölf Wochen ab Semesterbeginn
60 Euro
Dozentin: Elke Bockamp

Und hier bitte anmelden: VHS-Duisburg Weitere Angebote, auch die zu Scarletts Kinder- und Jugendliteratur, folgen.


Literatur, Lust und Leidenschaft – Erotik schreiben
Erotik boomt an allen Enden, Erotik schreiben kann Lust bereiten, kann Lust schaffen. Tauche ein in die literarisch-sinnliche Erlebniswelt!
Start. 10. November 2008 - 16. Januar 2009
Geschult werden neben der bildlichen Vorstellungskraft das Schreiben für alle Sinne, das Schaffen einer anregenden Atmosphäre sowie die Technik des Andeuten und Auslassens, um die Fantasie der Leser anzuregen. Es geht darum, literarisch erotisch und nicht pornografisch zu schreiben, aber auch den Akt nicht außen vor zu lassen.
Den besten Geschichten winkt eine Veröffentlichung in einer gemeinsamen Anthologie. Wer will, kann unter Pseudonym schreiben. Anmeldungen sind bundesweit, auch aus dem deutsprachigen Ausland, möglich.
Leitung: Elke Bockamp Teilnahmevoraussetzung: mindestens 18 Jahre alt Zeit: 8 Wochen (exklusive Ferien) Anmeldeschluss: 10. November Kosten: 60 Euro Anmeldung: Volkshochschule Duisburg, Kursnummer SZ2236 Zum Ablauf eines Fernstudienseminars: Du befindest dich hier auf der virtuelle Lernplattform der vhs-Schreibschule. Hier kannst du dich ein wenig umsehen und dich auch mit den Mitlernenden bekannt machen. Du kannst die Beiträge der anderen lesen oder auch eigene hinzufügen. Selbst wenn weite Teile des Forums für Gäste frei zugänglich sind, ist für die erfolgreiche Teilnahme eine Registrierung vonnöten, denn nur so bekommst du Zutritt zu Lehrbriefen, zu den Übungsaufgaben und auch in den Genuss eines Lektorats. Über folgenden Link gelangst du zur Registrierung: http://www.lemontree.de/schreibschule/profile.php?mode=register Sobald der Kurs angelaufen ist und du dich bei der VHS Duisburg und hier im Forum angemeldet hast, findest du einen ersten Lehrbrief und deine erste Übungsaufgabe hier: http://www.lemontree.de/schreibschule/viewforum.php?f=3 Nicht alle beherrschen die Navigation in einem Forum und erfahrungsgemäß tauchen neben den schreibtechnischen Anforderungen nun auch noch technische Probleme auf. Um diese zur Zufriedenheit aller in den Griff zu bekommen, hat sich bewährt, dass die alten "Schreibhasen" die Neuen unter die Fittiche nehmen. Dafür muss ich allerdings wissen, wer Handlungsbedarf hat, also ob du Hilfe benötigst. Das kannst du hier im Forum kundtun, oder dich privat an mich wenden: Private Mitteilung an Elke Bockamp Nun zu mir: ich heiße Elke Bockamp und leite seit 1997 Fernstudienseminare und mache seit gut drei Jahren Lektoratsarbeiten. Das heißt, ich korrigiere fremde Texte (soweit ich der deutschen Sprache mächtig bin und mit dem Duden auf den Knien), rezensiere sie und bereite sie so auf, dass sie für einen Verlag oder eine Literaturagentur interessant sein können. Bei der Hamburger Akademie für Fernstudien habe ich drei Jahre "Belletristisches Schreiben" gelernt, einige Kurzgeschichten verfasst und veröffentlicht, ich schreibe für Autorenzeitschriften, aber auch an einem Roman, habe als Co-Autorin ein Sachbuch geschrieben und bin im EDV-Fachbereich den meisten ohnehin bekannt. Ich selbst beschäftige mich seit etwa fünf Jahren mit dem Belletristischen Schreiben, habe viel Literatur zu diesem Thema gelesen und hoffe, vor diesem "Background" unser Schreibseminar kompetent leiten zu können. Nun würde ich mich freuen, auch etwas von dir zu erfahren, zum Beispiel, was dich motiviert an dem Seminar teilzunehmen, ob du schon etwas veröffentlicht hast oder, wer weiß, ob in der Schublade deines Schreibtischs bereits ein fertiges Buchmanuskript schlummert! Kurzum: mich würde es freuen, wenn du dich im Forum kurz vorstellen würdest: http://www.lemontree.de/schreibschule/viewforum.php?f=8 Noch etwas zum Ablauf des Seminars. Das Thema des nächsten Workshops lautet: Literatur, Lust und Leidenschaft – Erotik schreiben und startet am 10. November. Ich werde insgesamt vier Lehrbriefe zu diesem Thema verfassen und es gibt mindestens vier Schreibübungen. Plane pro Woche etwa sechs bis acht Stunden ein, in denen du ungestört am PC sitzen und auch Zeit zum Schreiben hast. Schreibe die Hausaufgaben in WORD oder einem anderern Schreibprogramm vor, erst wenn du fertig bist, wird der Text hier ins Forum gesetzt und wir können ihn gemeinsam diskutieren. Herausragende Texte werde ich automatisch für unsere Erotik-Anthologie vorschlagen, AutorInnen, die längerfristig sehr gut und sinnlich schreiben, können für den geschlossenen Erotik-Bereich hier im Forum freigeschaltet werden. Wer eigene Ideen und Themenvorschläge hat, möge sie an entsprechender Stelle unterbreiten, gerne nehme ich neue Anregungen entgegen. ... und nun viel Erfolg beim Lernen und allzeit gut Schreib, wünscht Elke ++++++++++++++++++++ ÄLTERE KURSANGEBOTE ++++++++++++++++++++ Thema im Herbstsemester lautet: Krimi, Kitsch oder Kunst – das Phänomen der Trivialliteratur
Wir beschäftigen uns mit der Frage, was ist trivial und worauf beruht der immense Erfolg von Liebesroman, Arztheftchen, Heimatschnulze, Ritter, Räuber, Fantasy und Science Fiction, denn – wer seinen Stil für die wirkliche Kunst schärfen will, sollte ihren trivialen Bodensatz studieren. Doch nicht nur studieren, mit einem guten Schuss Mut zum Klischee versuchen wir uns natürlich auch im Schreiben von Populärliteratur.
Zum ersten Mal in diesem Semester bieten wir einen Kinder- und Jugendbuch Workshop an, Anmeldung für beide Seminare ist ab sofort möglich.
Im letzten Semester lautete unser Thema:
Starke Helden, starke Storys!
Ziel ist es, einen flüssigen Erzählstil zu entwickeln, packende Dialoge, einmalige Schauplätze und beeindruckende Protagonisten zu entwickeln. Wir schreiben lebendige Szenen, die ihrem Ziel, einer Veröffentlichung, möglichst nahe kommen.
Start ist der 7. April 2008– schnell noch einen Blick auf den Ankündigungstext:
In diesem Seminar werden wir Techniken entwickeln, den Geschichten mehr Tiefe zu verleihen, Schreibblockaden abbauen und die intuitiven kreativen Energien für den Schreibprozess zu fördern und zu intensivieren. Nein, wir machen kein therapeutisches Tagebuchschreiben oder Traumanalysen – gemeint ist, lebendige Szenen zu schaffen, die für sich stehen und den Leser in ihren Bann ziehen. Ich werde einige Lehrbriefe und Übungsaufgaben mit Hilfe des Buchs
«Wie gute Autoren noch besser werden. Das Creativity-Workbook fürs Drehbuchschreiben.» (von Linda Seger) zusamenstellen, also auf Romanprojekte adaptieren. Gerne nehme ich Anregungen von euch auf. Wer ist wieder dabei? – Ich hoffe doch, alle Grüße von Elke P. S. der Link zur Anmeldung: VHS Duisburg
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Von der Buchstabensuppe zum Prosawerk heißt es im neuen Herbstsemester.
Viel Spaß und viel Erfolg, wünscht Elke
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 Die Geschichte der Woche
"A5 Wenn du geredet hättest ....." von Schumi
„Na? – Wieder da?“ Scheppernd fiel sein Haustürschlüssel auf das Garderobentischchen. Joanne hob ihren Blick von der Zeitung. „Du siehst elend aus“, fügte Rainer hinzu und trat zu ihr an den Küchentisch. „Dass dir das auffällt –“ Joanne schnaubte verächtlich. Als wenn ihn das jemals zuvor interessiert hätte. Sogar nach ihrer Kündigung im Frühjahr hatte er ihr nur aufmunternd auf die Schulter geklopft nach dem Motto ‚Wird schon wieder’. Sie hatte gelitten wie kaum je zuvor in ihrem Leben, und er ging einfach so zur Tagesordnung über. Auch als sie damals nach dem Screening noch einmal zum Ultraschall musste – zum ‚Focusausschluss’, wie es hieß – war ihrem Mann nur eingefallen, ihr ‚alles Gute und viel Glück’ zu wünschen. Wenn sie Alice nicht gehabt hätte – „Fang bitte nicht schon wieder an. Natürlich merke ich, wenn es dir schlecht geht.“ Rainer sah sie vorwurfsvoll an. „In unserer Situation kein Zeichen besonderen Beobachtungsvermögens“, entgegnete sie spitz, „eher von – wenn auch verspäteter – Realisierung des Ist-Zustandes.“ „Und? Der wäre?“, fragte Rainer scharf. „Sag mal, so wahrnehmungsgestört kann man doch gar nicht sein –“ Seit Wochen ging sie ihm aus dem Weg, die letzten zehn Tage war sie ganz fortgeblieben. Im Bett lief es zwischen ihnen längst nicht mehr gut, und wenn er sich abends nach dem Abendbrot vor die Glotze haute, ging sie meistens in die Küche und telefonierte mit Alice. Die Einzige, mit der sie über ihre Beziehungsprobleme offen sprechen konnte, die nicht hämisch reagierte, die einfach nur zuhörte, und deren Rat sie schätzte. „Überlege dir gut, was du sagst –“ Jetzt drohte er auch noch. Joanne war empört. Alice hatte wirklich Recht: Rainer besaß nicht die Spur von Einfühlungsvermögen. Als sie nach der Kündigung morgens nicht mehr aufstehen wollte vor Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, hatte er sie ständig nur auf diverse Jobangebote im Internet hingewiesen – als wenn ihr Problem damit vom Tisch wäre. Alice dagegen hatte sie in die Arme genommen, sie getröstet und ihr bestätigt, dass die Arbeitsbedingungen heutzutage wirklich alle samt zum Kotzen seien. Alice selber hatte die Jobsuche längst aufgegeben. „Ich habe mir jahrelang überlegt, was ich sage.“ Joannes Stimme drohte zu kippen. „Die Folge davon ist der Trümmerberg vor uns.“ Mit einer wegwerfenden Handbewegung spuckte sie ihm den Satz geradezu vor die Füße. Irritiert folgte sein Blick der Bewegung und blieb auf dem Boden haften. „Willst du damit sagen, weil du dich besonnen verhalten hast, sind wir jetzt am Ende?“ Seine Worte kamen gepresst. „In gewisser Weise, ja.“ Triumph bemächtigte sich ihrer. Genau wie Alice vermutet hatte: ‚Konfrontiere ihn mit seiner Unfähigkeit, und er ist so klein.’ Zwischen Daumen und Zeigefinger hätte kaum ein Blatt Papier gepasst. „Und ich?“ Rainer sah auf. Er war bleich und sein Kiefer mahlte. „Ich hab mich derweil aufgeführt wie ein Berggorilla, oder was?“, stieß er schließlich hervor. „Ich weiß nicht, wen du mit diesem Vergleich verletzen möchtest –“ Ihre Stimme klang kalt und beherrscht. Sie würde sich nicht wieder verunsichern lassen. Sie wollte Alice heute Abend Vollzug melden: ‚Wir haben uns getrennt – und ich bin froh darüber.’ Rainer lachte verkrampft: „Wahrscheinlich verletze ich den Gorilla, wie ich die Stimmung hier einschätze.“ Er schüttelte den Kopf. „Jedenfalls hast du im Vergleich zu ihm keinerlei Fortpflanzungsinstinkt.“ Joannes Wangen röteten sich, sie wirkte belebt und energisch. „Wie bitte?“, flüsterte Rainer. „Ich wollte damit sagen, dass du im Vergleich zum Gorilla keinerlei Interesse an Nachkommen hast.“ Endlich hatte sie das Thema angesprochen, das sie in der letzten Zeit pausenlos umtrieb. „Was habe ich nicht?“ Rainers Gesichtsfarbe wechselte zu grau. So hatte sie ihn noch nie gesehen. „Du vögelst halt nur zum Spaß.“ Joanne zuckte dabei mit den Schultern. Rainer starrte sie an, schnappte nach Luft und hielt wieder inne. Dann löste sich seine Starre und wich einem Anflug von Belustigung: „ – und man muss im Ernst vögeln, wenn man sich Kinder wünscht. – Wie, bitte, geht ‚im Ernst’ vögeln?“ Joanne schluckte. Jetzt war er wieder so ironisch. Auf diese Weise entzog er sich jeder Auseinandersetzung. Wie sie das hasste! Nie hatte sie dafür die richtigen Antworten parat, und das wusste er und machte sie regelmäßig mundtot damit. Alice fand das auch. „Man sagt z.B., dass man sich ein gemeinsames Kind wünscht“, erwiderte sie so schnippisch, wie es ihr noch möglich war. „Ach, und das habe ich nicht“, stellte er mehr fest, als dass er fragte. „Nein, hast du nicht.“ Joanne stampfte mit einem Fuß auf. „Und deshalb will ich keine Kinder.“ Wieder keine Frage. „Nein, willst du nicht.“ Noch konnte sie sich beherrschen. ‚Auf keinen Fall heulen’, hatte Alice ihr geraten, als sie dieses Gespräch gestern durchgespielt hatten. „Das kann doch alles nicht wahr sein.“ Wieder schüttelte er den Kopf. „Seit Monaten frage ich mich, warum wir eigentlich immer noch kinderlos sind. Ich habe sogar mein Sperma untersuchen lassen, aber alles ok.“ Er unterbrach sich, als suchte er nach Worten. „Ich hatte Angst, dich zu verletzen, wenn ich darüber spreche“, fuhr er fort. „Ich wollte dir das Gefühl geben, dass man auch ohne Kind zufrieden sein kann.“ Wieder unterbrach er sich. „Gott, wie gerne hätte ich eines mit dir zusammen gehabt!“, brach es aus ihm hervor. Joanne saß zusammengesunken auf ihrem Stuhl. Nach diesen Worten hatte sie sich vor einigen Wochen so sehr gesehnt. ‚Da kannst du lange warten’, hatte Alice ihr gesagt. ‚Das wird nie was. Du musst die Entscheidung treffen, auch wenn es weh tut.’ Und das hatte Joanne getan. „Warum weinst du jetzt? Ist doch eh’ alles vorbei.“ Rainers Stimme klang resigniert. „Aber nur, weil wir nie darüber gesprochen haben“, flüsterte sie. „Und wenn? Hätten wir dann jetzt ein Kind?“, fragte er aufgebracht. „Dann hätte ich es letzte Woche nicht wegmachen lassen.“
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Shoutbox
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